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"…in the imperishable primal language of the human heart house means my house, your house, a man’s own house. The house is the winning throw of the dice which man has wrested from the uncanniness of universe; it is his defines against the chaos that threatens to invade him. Therefore his deeper wish is that it be is own house, that he not have to share with anyone other than his own family."
Martin Buber, A Believing Humanism: Gleanings, New York: Simon and Shuster, 1969, p. 93.: from A Pattern Language, Chrsitopher Alexander, 1977, p. 393

The House is Past.

“Das Haus ist vergangen” (“The House is Past”) updates A Pattern Language (1977), Christopher Alexander’s benchmark work of architectural theory, by developing new forms of organising space to accommodate multi-local and shared living. The focus of interest is the development of a (living) syntax (living pattern) in which individual patterns to do with communal living are examined for their current value and are thus adapted to the changes occurring within the period in question, up to 2050.

The dialectics between Christopher Alexander’s theory – which remains the most comprehensive approach to developing residential construction further – and the reality of a society which is constantly diversifying is the subject of the project, with aspects such as multi-local living, individualization or migration taken into account. It aims to prove that two diversified current groups of users – multi-local residents and migrants – have similar residential needs, practice a similar “sharing of functions” and therefore can share residential space without fundamentally changing their habits.

What this requires is the willingness of the residents to accept a new relationship between “having and sharing” and the application of the “Future. Urban. Living. Pattern“. The transformation takes place visually through photographs, sketches, diagrams or texts. Alexander’s theory thus becomes a puzzle playing with contemporariness, including currently relevant cross-references from history.

 

"Haus bedeutet in der unvergänglichen Ursprache des Menschenherzens: mein Haus, dein Haus, eines Menschen eigenes Haus. Das Haus ist der feste Würfel, den der Mensch der Unheimlichkeit des Weltraumes abgetrotzt hat; es ist seine Wehr gegen das Chaos, das zu ihm einzudringen droht. Darum geht sein tiefer Wunsch darauf, dass es sein eigenes Haus sei, das er mit keinem andern als mit den Seinen teilen brauche."
Martin Buber, Nachlese, Heidelberg: Lambert Schneider, 1965, S. 83f.; aus: Christopher Alexander »Eine Muster-Sprache«, 1978, S. 419
79 Das geteilte Heim**, S. 418-19

Das Haus ist vergangen.

Methodik

Im Fokus des Interesses steht die Entwicklung einer (Wohn-)Syntax («Living Pattern«) durch Analyse von Christopher Alexanders Werk »A Pattern Language«, indem einzelne Muster, die ein gemeinsames Wohnen betreffen, auf ihre Aktualität untersucht werden und so, den Veränderungen des zu untersuchenden Zeitraumes bis 2050 gerecht werden.

Analogie

Als Brian Eno, 1978, übrigens praktisch zeitgleich mit Christopher Alexanders »A Pattern Language«, »Music for Airports« veröffentlichte, wollte er der straffen, zukunftsgewandten Architektur und dem hektischen Treiben der Stadt vor der Stadt ein menschliches Antlitz geben, um die Utopie der schönen neuen Welt vor dem dystopischen Chaos zu bewahren. 32 Jahre später entwerfen The Black Dog mit “Music For Real Airports” einen düsteren Nachfolger. Enos Wohlklang wird mit zeitgenössischen »Field Recordings« und »On Location Sounds« konterkariert, im Spannungsfeld zwischen Romantik und Terror, Aufbruchsstimmung und gelebter Angst.

Music for Airports and real Airports, 1978-2010-2016.
“Airports have some of the glossiest surfaces in modern culture, but the fear underneath remains. Hence this record is not a utilitarian accompaniment to airports, in the sense of reinforcing the false utopia and fake idealism of air travel. Unlike Eno’s ‘Music for Airports’, this is not a record to be used by airport authorities to lull their customers.”
Black Dog

Die Dialektik zwischen Christopher Alexanders Theorie – des nach wie vor umfassendsten zeitgenössischen Denkansatzes zur Weiterentwicklung des Bauens – die sich an ausgewählten Stellen wie aus einer vergangenen Welt liest und der Realität einer sich permanent diversifizierenden Gesellschaft (multilokales Wohnen, Individualisierung, Migration, …) ist Gegenstand des Projektes »Das Haus ist vergangen.«.

 

Buch.

Skizzen.

Text.

Wohnidee

Das Projekt will nachweisen, dass zwei diversifizierte aktuelle Nutzergruppen – multilokale Bewohner/innen und Migrant/innen – ähnliche Wohnbedürfnisse haben, vergleichbare Funktionsteiligkeit ausüben und sich daher ohne gravierende Änderungen der Lebensgewohnheiten Wohnraum teilen können. Was es dazu brauchst, ist die Bereitschaft der Bewohner/ innen, ein neues Verhältnis von “Haben und Teilen” und die Anwendung von ein paar “Future. Urban. Living. Pattern”…

Immer mehr Menschen organisieren ihren Alltag multilokal. Multilokales Wohnen bezeichnet eine spezifische Organisation des Lebensalltags über zwei oder mehr Wohnstandorte hinweg. „Multilokalität bedeutet Vita activa an mehreren Orten: Der tätige Lebensalltag verteilt sich in seiner Gesamtheit auf mehrere Orte, die in mehr oder weniger großen Zeiträumen aufgesucht und mit einer mehr oder weniger großen Funktionsteiligkeit genutzt werden.“ (Rolshoven 2006, S. 181) Das derartige Mehrfachwohnen, bei dem mehr als eine Behausung regelmäßig genutzt wird, u. a. zum Zweck der Nächtigung, ist ein wesentlich strukturierendes Element des Alltagslebens und übt so einen nachhaltigen Einfluss auf die alltägliche Lebensführung aus.

Mobile Lebensformen sind ein typisches Zeichen unserer Zeit und werden freiwillig und unfreiwillig praktiziert. Ungeachtet der divergierenden Lebensumstände haben alle, die so leben (müssen) eines gemeinsam: Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Mobilität und Sesshaftigkeit. Deshalb, so die These, empfinden multilokale Bewohner/innen mehr Empathie und Verständnis für Migrant/innen und ihre kurzfristigen Wohnbedürfnisse. Sie erklären sich deshalb mehr und mehr dazu bereit, ihren Wohnraum zu teilen, der temporär ohnehin leer steht.

Die Suche gilt einer aktualisierten “Wohn-Syntax”. Als Grundlage dienen die Muster von “A Pattern Language”. Die Transformation erfolgt visuell durch Fotografien, Skizzen, Diagramme und/oder textuell. Alexanders Theorie wird so zu einem Vexierspiel mit der Zeitgenossenschaft mit Querbezügen aus der Geschichte, die von aktueller Relevanz sind. Die dargestellten Positionen stammen von Architekt/innen, Künstler/innen, Designer/innen, Urbanist/innen, Philosoph/innen, Soziolog/innen, Journalist/innen, Autor/innen, Regisseur/innen und Musiker/innen – und zwar von*

• Theodor W. Adorno
• Mario Agamben
• Anohni
• Black Dog
• Karin Borghout
• De:Bug
• Christopher Dell
• Thomas Demand
• Philip K. Dick
• Filip Dujardin
• Ray & Charles Eames
• Brian Eno
• Yona Friedman
• Sou Fujimoto
• Milton Glaser
• Harry Glück
• Peter Greenaway
• Miriam Greenberg
• Michael Haneke
• Nicola Hilti
• Junya Ishigami
• Robert D. Kaplan
• Andre Krammer
• Lacaton & Vassal
• Le Corbusier
• Franziska Leeb
• Konrad Paul Liessmann
• Martina Löw
• Mala
• Herbert Muck
• Jo Nagasaka
• Walter Niedermayr
• Friedrich Nietzsche
• Wolfgang Pauser
• Claire Pentecost
• Philippe Rahm
• Elke Rauth
• Andreas Ruby
• SANAA
• Ridley Scott
• Mario Soustiel
• Takaharu Tezuka
• Dries van Noten
• Kamasi Washington
• Mark Wigley
• Manfred Wolff-Plottegg

Mit vielem Dank für die freundliche Unterstützung
• ]a[ akademie der bildenden künste wien, für das Zurverfügungstellen des Originals “Eine Muster-Sprache” – ein Buch der Universitätsbibliothek: Rektorin Eva Blimlinger, Direktorin Beatrix Bastl sowie allen Mitarbeiter/innen der Bibliothek.
• Johanna Digruber, Yona+Yoko fürs “Aushalten”
• Buchbinderei Flieger, für die unschätzbare Hilfe bei der Buch(-Um)-Gestaltung
• Nebel KG, für Materialberatung und die vielen Muster
• Michael Haneke, für den Zorn
• Yona, für “Das Buch der Monster”